Wann ist eine Therapie sinnvoll?

Ob bestimmte Gedanken oder Gefühle bereits ein ausreichender Grund sind, einen Psychotherapeuten aufzusuchen, ist nicht einfach zu beantworten. Jeder Mensch gerät im Laufe seines Lebens in Krisensituationen. Meist kann er diese allein oder mit Hilfe seiner Freunde oder Familie bewältigen, und die Selbstheilungskräfte der Psyche lassen das normale Befinden wieder zurückkehren.

Manchmal kann es aber vorkommen, dass sich die Situation nicht von selbst normalisiert, sondern die Probleme zunehmen und langsam zur erdrückenden Last werden, die man auch mit Hilfe des persönlichen Umfelds nicht abstreifen kann. Viele Betroffene entwickeln dann Strategien, die ihnen weitgehende Normalität zurückbringen. So können angstauslösende Situation gemieden werden, auch wenn das Problem der Angst im Grunde noch vorhanden ist. Eine vorliegende Störung kann sich so weiter verfestigen und dauerhaft werden.

Ob Ihr Befinden eine professionelle Therapie rechtfertigt, können Sie am besten im Gespräch mit Ihrem Arzt oder einem Therapeuten herausfinden. Der Katalog psychischer Störungen ist lang. Entscheidend ist jedoch der Leidensdruck und damit Ihre persönliche Wahrnehmung. Voraussetzung für eine ambulante Therapie ist eine gewisse körperliche und geistige Stabilität des Patienten. Laufender Alkoholmissbrauch oder Selbstmordabsichten beispielsweise bedürfen zunächst der Stabilisierung in einer Klinik, bevor die ambulante Therapie den Weg in ein normales Leben bereiten kann. Gehen mit Ihren psychischen auch körperliche Beschwerden einher, ist die Konsultation eines Arztes auf jeden Fall angeraten.