Die Therapie

Haben Sie und der Therapeut sich entschieden, die Therapie zu beginnen, und liegt die Kostenübernahmeerklärung der Krankenversicherung vor, so kann es richtig losgehen. Allgemein lässt sich die Therapie in drei Phasen einteilen, deren Dauer und Gestaltung natürlich von der >Therapierichtung< abhängt.

Zunächst geht es darum, die richtige Gesprächsathmosphäre zu finden. Emotionale Belastungen und drängende Probleme lernen Sie besser zu bewältigen, das Gespräch mit Ihrem Therapeuten soll entlastend sein. Die angenehme Stimmung soll helfen, Vertrauen zum Therapeuten aufzubauen. Sie werden sich Ihrer Krankheit zuwenden und verstehen lernen, was in der Behandlung passiert. Wichtig ist auch die Vereinbarung von Zielen: Was wollen Sie beide erreichen? Vielleicht können Sie anfangs noch nicht so offen über Ihre Gefühle sprechen, wie Sie es sich wünschen. Möglicherweise unterziehen Sie Ihren Entschluss zur Therapie weiteren Prüfungen. Der Weg, sich von Ihren Beschwerden zu befreien, kann mühsam sein. Sie werden merken, wie sehr Sie an sich arbeiten müssen, um das zu schaffen. Anders als bei körperlichen ist bei psychischen Erkrankungen eine starke Mitarbeit des Patienten die wichtigste Medizin. Ihre Krankheit hat Ihre eigenen Gesetze und lässt sich nicht mit ein paar Tabletten kurieren, sie kann sich selbst aufrecht erhalten oder sogar verstärken. Der Weg der Heilung erfordert viel Kraft und den Mut, gewohntes Verhalten zu ändern. Das ist oft leichter gesagt als getan.

Die meiste Zeit der Behandlung nimmt die zweite Phase in Anspruch. Sie werden sich konkreten Problemen zuwenden und Lösungswege für sie suchen. Neue Erfahrungen bereichern bald Ihr Leben, Gewohntes müssen Sie dafür hinter sich lassen. Sie lernen die Funktionsweise Ihrer Probleme nun immer besser zu verstehen. Ebenso kann es aber passieren, dass Ihr Gefühlsleben in Aufruhr gerät: Unterdrückte Emotionen oder verdrängte Ängste können Sie erst jetzt zulassen. Ihr Therapeut hilft Ihnen, dafür Ausdrucksformen zu finden und diesen Gefühlen Raum und Richtung zu geben. Wie genau die Inhalte dieser Sitzungen aussehen, hängt von vielen Faktoren ab. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, wie sind Sie bisher damit umgegangen? Welche persönlichen Voraussetzungen bringen Sie mit und welche Therapierichtung liegt Ihnen mehr? (Zu den verschiedenen Therapierichtungen können Sie sich >hier< informieren.)

Schließlich ist das Ende der Therapiestunden absehbar, und für Sie kommt die Zeit, an die Zukunft zu denken. Vor allem werden Sie daran interessiert sein, die Erfolge der Behandlung zu erhalten und auszubauen. Vielleicht finden Sie erst jetzt Kraft, Pläne zu schmieden oder größere Vorhaben in Ihrem Leben in Angriff zu nehmen. Doch auch für den Fall, dass Ihre Erkrankung sich noch einmal bemerkbar macht, sollten Sie gewappnet sein. Und nicht zuletzt müssen Sie Abschied nehmen von einem Menschen, der tief in Ihr Leben Einblick genommen hat. Zusammen mit Ihrem Therapeuten werden Sie auch diese Hürden nehmen und den Grundstein zu einem neuen, beschwerdefreieren Leben legen.